Jugendhilfe

Angebote nach SGB VIII

FlexBW ‚Äď Flexibel betreutes Wohnen

Das Leistungsangebot FlexBW betrifft ein flexibel gestaltbares betreutes Wohnen und richtet sich an Jugendliche ab 16 Jahre und junge Erwachsene im Verselbstständigungsprozess. Es bietet sich an als Anschlusshilfe zu stationärer Heim-Unterbringung oder als Alternative zu einer Wohngruppe.

Die Leistung wird als stationäre Hilfe zur Erziehung nach §§ 34, 35a, 41 SGB VIII in Wohnungen mit 1 bis 3 Plätzen erbracht (Sonstige betreute Wohnformen gem. § 48a SGB VIII) und wird aktuell an den Standorten Schleswig, Angeln, Flensburg und Kiel auf Basis jeweils vor Ort geltender Leistungs- und Entgeltvereinbarungen realisiert. 

Das Leistungsangebot FlexBW zeichnet sich aus durch eine Kombination aus Einzel- und Kleingruppenbetreuung. Mit der Kleingruppenarbeit soll den ansonsten selbstst√§ndig und √ľberwiegend als Einzelparteien lebenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen die M√∂glichkeit geboten werden, soziale Kompetenzen zu schulen und ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Im Kontext der Kleingruppe ist es m√∂glich, die Betreuten in der sozialen Interaktion mit Gleichaltrigen zu erleben und m√∂glichen Entwicklungs- und F√∂rderungsbedarf zu erkennen.

Die Kleingruppenarbeit wird in Gemeinschaftsräumen erbracht, die den Wohnungen angegliedert sind. Die Kleingruppenarbeit wird zusammen mit den Betreuten entwickelt und inhaltlich gestaltet (z.B. gemeinsames Kochen, Sport-/Spielangebote, Skills-/Kompetenztraining, geschlechtsspezifische Angebote).

Das Angebot umfasst eine Rufbereitschaft durch eine pädagogische Fachkraft.

Das Angebot ist inhaltlich, umfänglich und räumlich flexibel gestaltbar:

  • Inhaltlich k√∂nnen der individuelle Betreuungsbedarf und die hilfeplanerischen Zielsetzungen √ľber die Einzelbetreuung bedarfsgerecht abgebildet werden.
  • Umf√§nglich kann die Einzelbetreuung unterschiedlich hoch vereinbart werden, um dem individuellen Bedarf zu entsprechen.
  • R√§umlich kann durch die Nutzung mehrerer Einrichtungen (Wohnungen mit jeweils 1 ‚Äď 3 Pl√§tzen als SbW) die Wohnsituation unterschiedlich gestaltet werden.

Zielgruppe des Leistungsangebotes FlexBW sind junge Menschen ab 16 Jahren, f√ľr die keine st√§ndige Betreuung √ľber Nacht notwendig sowie eine Mitwirkungsbereitschaft und das Einverst√§ndnis der Jugendlichen und jungen Erwachsenen erkennbar sind. Je nach gesetztem Schwerpunkt der Hilfe bietet FlexBW ‚Äď als Vorstufe zu einer ggf. nachfolgenden ambulanten Nachbetreuung ‚Äď eine alters- und entwicklungsgem√§√üe Anschlusshilfe mit einer auf Verselbstst√§ndigung und schulischer bzw. beruflicher Integration ausgerichteten Hilfe.

Vorrangig richtet sich das Angebot an Jugendliche, die im Rahmen ihrer Verselbstst√§ndigung aus einer Heimeinrichtung kommen, in der ein individualisiertes Angebot nicht ad√§quat umsetzbar ist. Ein Systemwechsel kann zudem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die √ľber viele Jahre in der station√§ren Heimerziehung untergebracht waren, eine neue Entwicklungsperspektive und Motivation darstellen.

Eine weitere Zielgruppe ist die Gruppe der unbegleiteten minderjährigen Ausländer sowie derjenigen, die das 18. Lebensjahr mittlerweile vollendet, aber weiterhin Anspruch auf Leistungen der Jugendhilfe haben.

Kinderhaus Seerose

Das Kinderhaus Seerose am Standort Bollingstedt ist eine station√§re Heimeinrichtung √ľber Tag und Nacht nach ¬ß¬ß 34, 35a SGB VIII. Es stehen zehn Pl√§tze f√ľr Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren zur Verf√ľgung.

Das Kinderhaus Seerose bietet ein festes und empathisches Team aus p√§dagogischen Fachkr√§ften und Auszubildenden, die f√ľr N√§he und Geborgenheit stehen und sowohl den Alltag als auch die Freizeit zusammen mit den Kindern und Jugendlichen gestalten. Als Bezugspersonen sind sie sowohl f√ľr die Kinder und Jugendlichen als auch f√ľr Eltern, Schule und andere Institutionen verl√§ssliche Ansprechpartner.

Mehr dazu finden Sie auf der Standortseite Bollingstedt.

Foto Kinder spielen mit Ballons

Ambulante Angebote

An den Standorten Schleswig, Flensburg, Angeln und Hamburg werden von den Trägern mehrere Formen der ambulanten Jugendhilfe im Rahmen des SGB VIII angeboten. Hierzu gehören folgende Hilfen:

  • Hilfe zur Erziehung gem. ¬ß 27 (2) SGB VIII
  • P√§dagogische und ggf. damit verbundene therapeutische Leistungen nach ¬ß 27 (3) SGB VIII
  • Erziehungsbeistand nach ¬ß 30 SGB VIII
  • Begleiteter Umgang nach ¬ß 18 SGB VIII
  • Systemische Perspektivkl√§rung zur Vermeidung von Inobhutnahmen, auch in Verbindung mit R√ľckkehrbegleitung (im Rahmen von Sozialp√§dagogischer Familienhilfe nach ¬ß 31 SGB VIII)
  • Hilfe f√ľr junge Vollj√§hrige nach ¬ß 41 SGB VIII

Die ambulanten Hilfen werden in der Regel als aufsuchende und begleitende Einzelbetreuung erbracht. In Ausnahmefällen kann die Hilfe sich an Kleingruppen wenden, z.B. im Rahmen von Hilfen nach § 27 (3) SGB VIII sowie im Rahmen des Begleiteten Umgangs (z.B. Geschwisterkinder).

Die Ambulanten Hilfen dienen vorrangig als Ergänzungshilfe bzw. als Anschlusshilfe stationärer Angebote im Trägerverbund sozial.sh und werden im Einzelfall in Zusammenarbeit zwischen den Betroffenen, den Kostenträgern und dem jeweiligen Träger am Standort ausgestaltet.

Daneben richten sich die Angebote auch an weitere Tr√§ger von Jugendhilfema√ünahmen sowie an Jugendliche und junge Erwachsene, die zuvor nicht von Tr√§gern im Tr√§gerverbund¬†sozial.sh betreut worden sind. Grundlage f√ľr die Leistungserbringung sind die jeweils g√ľltigen Vereinbarungen √ľber ambulante Hilfen mit dem f√ľr den Standort zust√§ndigen Jugendhilfetr√§ger.

Erziehungsbeistand nach § 30 SGB VIII

Unser Angebot der Erziehungsbeistandschaft richtet sich an Kinder und Jugendliche in konflikthaften und multiproblematischen Lebenssituationen. Hierbei sind der Kontakt- und Beziehungsaufbau ein wesentlicher Bestandteil unseres Arbeitsalltages.  

Wir wollen die Kinder und Jugendlichen bei der Bew√§ltigung von Entwicklungsproblemen, m√∂glichst unter Einbeziehung des sozialen Umfeldes, unterst√ľtzen und unter Erhaltung des Lebensbezugs ihre Verselbstst√§ndigung f√∂rdern (Sozialraumorientierung). Dabei wird von uns die Aufrechterhaltung des gewohnten und vertrauten Lebenskreises von Kindern und Jugendlichen in ihren Familien angestrebt.¬†¬†

Unsere Beratung und Begleitung zielen zumeist auf eine längerfristige lebensweltorientierte Problemlösung ab und können durch erlebnispädagogische und therapeutische Techniken bereichert werden. 

Wesentliche Kooperations- und Vernetzungspartner im Hilfeprozess sind Schulen, Schulsozialarbeit, niedergelassene Therapeuten, Sportvereine, Tageskliniken und die Jugendberufsagentur. Die Kooperations- und Vernetzungspartner können im Fallverlauf variieren und individuell ergänzt werden. 

Junge im Feld

Betreuung von jungen Volljährigen nach § 41 SGB VIII

Die Betreuung von jungen Vollj√§hrigen dient als Folgema√ünahme zu station√§ren Hilfen im Rahmen von ¬ß¬ß 34 ff SGB VIII, richtet sich aber auch an junge Vollj√§hrige, die das Elternhaus verlassen m√ľssen und auf dem Weg ihrer Verselbstst√§ndigung noch Hilfebedarf vorweisen. Dabei stehen die weitere Verselbstst√§ndigung, die soziale Integration sowie die Erarbeitung einer beruflichen Perspektive im Vordergrund der Hilfe.¬†¬†

Unsere Betreuung richtet sich nach dem Entwicklungsstand und den in der Hilfeplanung vereinbarten Zielen f√ľr die jeweilige Person. Es soll die M√∂glichkeit gegeben werden, im Anschluss an eine Heimeinrichtung den n√§chsten Entwicklungsschritt zu gehen.¬†¬†

Zur Unterst√ľtzung der Pers√∂nlichkeitsentwicklung und zum Erm√∂glichen einer eigenst√§ndigen Lebensweise sollen gezielt Erfolgserlebnisse im Alltag erzeugt werden. In der gemeinsamen Arbeit findet im Anschluss von Terminen bei √Ąmtern oder nach Situationen, die als schwierig empfunden werden, eine Reflexion der jeweiligen Situation statt, bei der sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte beleuchtet werden. Durch die methodische Aufarbeitung werden konstruktive L√∂sungsans√§tze f√ľr den jungen Erwachsenen erarbeitet.¬†¬†

Im engen Kontakt mit den Betreuten sowie den beteiligten Kostentr√§gern soll an einer zielf√ľhrenden L√∂sungsstrategie f√ľr das Erreichen gemeinsamer Ziele gearbeitet werden. Der junge Erwachsene ‚Äď zugleich Initiator und Adressat des Hilfsangebotes ‚Äď wird in seiner Rolle als Vollj√§hriger wahrgenommen und ist an den Zielen und den zur Zielerreichung angewandten Methoden ma√ügeblich beteiligt. Gemeinsam werden die Etappen und die Geschwindigkeit des Vorgehens durch die individuellen F√§higkeiten und den eigenen Antrieb des Betreuten bestimmt.¬†

Begleiteter Umgang nach § 18 (3) SGB VIII

Das Leistungsangebot Begleiteter Umgang betrifft Leistungen zur Ausf√ľhrung gerichtlicher oder amtlich vereinbarter Umgangsregelungen, insbesondere als Hilfestellung in geeigneten F√§llen.¬†

Die Hilfe richtet sich an umgangssuchende Eltern oder andere umgangsberechtigte Angehörige von Kindern und Jugendlichen,  

‚ÄĘ die nach ¬ß 33 SGB VIII in einer Pflegefamilie untergebracht sind, ¬†
‚ÄĘ die nach ¬ß 34 SBG VIII in einer Einrichtung der Jugendhilfe betreut werden oder ¬†
‚ÄĘ die aufgrund einer Scheidung oder Trennung bei jeweils einem alleinlebenden Sorgeberechtigten leben.¬†

Der organisatorische und kommunikative Rahmen f√ľr den begleiteten Umgang wird prozesshaft gestaltet.

Die Hilfeempf√§nger und die betroffenen Kinder und Jugendlichen werden bei der Durchf√ľhrung von Kontakten auf Grundlage der gerichtlichen Regelungen bzw. der im Hilfeplan vereinbarten Umgangsregelungen begleitet und unterst√ľtzt. Die Leistung umfasst zudem die jeweils notwendige Vor- und Nachbereitung.

Durch die im Zuge des begleiteten Umgangs stattfindende Beratung werden die Erziehungskompetenzen der Eltern‚ÄĮgest√§rkt und eine Vertiefung der Beziehung zwischen Eltern und Kindern angestrebt. Die Ziele liegen im Spektrum zwischen der Herstellung eines Erstkontaktes zum Kind, einem Entgegenwirken des Kontaktabbruchs zwischen Eltern und Kindern, einer Verst√§rkung der Eltern-Kind-Beziehung und ‚Äď im Falle einer Unterbringung in einer Pflegefamilie bzw. Jugendhilfeeinrichtung ‚Äď der Anbahnung einer R√ľckf√ľhrung in das Elternhaus.

Das Ziel der Begleitung ist zudem die Gew√§hrleistung eines sicheren Rahmens f√ľr den Umgang und eine Begrenzung oder das Ausschlie√üen von Risiken f√ľr die Kinder und Jugendlichen. In dem durch die Betreuer oder in Absprache zwischen den Betreuern und Eltern gew√§hlten Setting sollen f√ľr die Kinder und Jugendlichen positive Erlebnisse mit den Eltern erm√∂glicht werden.

Das Setting der Umgangskontakte ist in der Regel durch die Hilfeplanung festgelegt und findet an geeigneten neutralen Orten, in p√§dagogischen Einrichtungen oder in famili√§rer Situation statt. Anwesend ist eine Fachkraft, in begr√ľndeten Einzelf√§llen, z.B. bei Kontakten mit Geschwisterkindern, k√∂nnen auch zwei Fachkr√§fte kontinuierlich anwesend sein. Sie beobachten und unterst√ľtzen im Bedarfsfall die gemeinsame Interaktion zwischen Eltern und Kindern. Gerade in schwierigen und krisenhaften Situationen, bei denen eine schutzaus√ľbende Trennung von Eltern und Kind notwendig werden sollte, kann so die Sicherheit der Kinder gew√§hrleistet werden, z.B. bei Eltern mit einer vorliegenden psychischen Beeintr√§chtigung oder mit einer im Vorfeld konflikthaften Eltern-Kind-Beziehung.

Familienvater